Aus Liebe zur Gemeinde Kirchlinteln: SPD-Zukunftsprogramm für die Gemeinde Kirchlinteln 2026–2031
Engagierte Bürgerinnen und Bürger mit und ohne SPD-Parteibuch, die auf der Liste der SPD für den Kirchlintler Gemeinderat kandidieren, haben gemeinsam sowie im Austausch mit anderen Interessierten Ideen für die Zukunft unserer Gemeinde Kirchlinteln gesammelt.
Aus Liebe zur Gemeinde Kirchlinteln haben wir in unserem Zukunftsprogramm 2026–2031 fünf große Ziele und zahlreiche konkrete Schritte dafür zusammengefasst. Diese sind der Kompass für die Arbeit der SPD im Rat der Gemeinde Kirchlinteln in den nächsten fünf Jahren.
1. Mehr Zusammenhalt, Demokratie und Transparenz
1.1. Zusammenhalt stärken – Ehrenamt fördern
Unsere Gemeinde lebt vom starken ehrenamtlichen Engagement der Menschen vor Ort und ihren vielfältigen Vereinen. Das, was das Ehrenamt in der Gemeinde leistet, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden.
Gerade in Zeiten knapper Kassen sehen wir großes Potential darin, dass die Gemeinde Kirchlinteln ehrenamtliches Engagement in unseren Dörfern noch stärker unterstützt und fördert. Wir sind der festen Überzeugung: Vieles, was an Initiativen und Aktivitäten vor Ort sinnvoll und wünschenswert ist, aber durch die Verwaltung angesichts der engen Personal- und Finanzressourcen von dort derzeit nicht geleistet werden kann, können wir mit Hilfe der Einbindung und Unterstützung von Freiwilligen, Vereinen und Selbstständigen dennoch realisieren. Schöne Beispiele dafür sind z.B. das Stadtradeln, das Café „Gastro im Krug“ oder die Beteiligung der Ferienhausvermieter an den Kosten der Mittelweser-Touristik. Was es braucht, ist eine Aufgeschlossenheit von Rat und Gemeindeverwaltung für solche Initiativen sowie mehr Mut und Vertrauen in die Kompetenz von Ehrenamtlichen. Wir als SPD wollen, dass die Gemeinde solche Initiativen künftig stärker initiiert und aktiv unterstützt. Wir wollen:
- Begegnungsorte in allen Ortschaften erhalten und stärken bzw. neu schaffen, denn Gemeinschaft braucht Räume.
- Vereine und Initiativen besser unterstützen, ihr Engagement anerkennen und Zugang zu Räumlichkeiten erleichtern. Auch darüber hinaus sollen das Ehrenamt und freiwilliges Engagement für die Gemeinschaft durch konkrete Unterstützung und Sichtbarkeit stärkere Anerkennung erfahren.
- Eine Absicherung von Ehrenamtlichen bei der Übernahme von Aufgaben für die Allgemeinheit durch die Gemeinde sicherstellen und für entsprechende Aktivitäten werben.
- Dorfgemeinschaft und nachbarschaftlichen Zusammenhalt fördern.
- Kulturelle und soziale Veranstaltungen unterstützen.
- Friedhöfe weiterentwickeln: auf die jeweilige Ortschaft und den einzelnen Friedhof bezogene Strategien entwickeln, z. B. indem ein Friedhof zum Ort der Erinnerung und Begegnung wird. Lokale Projekte wie z. B. „Baum des Jahres“ wollen wir unterstützen und den Dialog über Nutzung der Kapellen in den Ortschaften begleiten.
1.2. Gemeindeverwaltung moderner und transparenter machen
Verwaltung und Politik müssen nachvollziehbar und zugänglich sein. Deswegen wollen wir:
- Die Gemeinde als aktive Gestalterin und Partnerin vor Ort und als Unterstützerin für Ehrenamtliche stärken.
- Die Digitalisierung forcieren und Verwaltungsleistungen der Gemeinde konsequent digital von zu Hause abrufbar machen und den Einsatz von KI in der Gemeindeverwaltung vorantreiben.
- Künftig Ausschuss- und Ratssitzungen digital aufzeichnen, eine Live-Übertragungsmöglichkeit prüfen, die Aufnahmen im Nachgang über das Internet für Interessierte zum Anhören einstellen und das Sitzungsprotokolle aus den Aufnahmen mit Hilfe von KI erstellen.
- Dafür sorgen, dass leichter verständliche und zugängliche Informationen über Gemeindepolitik, Verwaltung und Tourismus-Angebote im Internet einfach auffindbar und abrufbar sind.
- Dass die Gemeinde-Website überarbeitet wird und die Einführung einer Gemeinde-App geprüft wird.
1.3. Demokratie und Jugendbeteiligung vor Ort stärken
Wir wollen mehr Beteiligung und Mitbestimmung für Jung und Alt ermöglichen. In den letzten fünf Jahren hatte die SPD im Rat gegen den Widerstand der CDU die Einführung von Ortschaftsversammlungen erreicht, die inzwischen rund 70-mal, oft mit um die 50 Personen stattgefunden haben. Dieses Erfolgsmodell gilt es fortzuführen. Wir wollen:
- Die regelmäßigen jährlichen Ortschaftsversammlungen in allen Ortschafen der Gemeinde mit echten Beteiligungsmöglichkeiten beibehalten und fortsetzen.
- Dass künftig auf den Ortschaftsversammlungen auch über Höhe und Verwendung der Ortschaftsbudgets berichtet wird.
- Dass Interessierte über die Homepage der Gemeinde öffentlich Auskunft über die im Eigentum der Gemeinde stehenden Grundstücke in den Ortschaften bekommen können, um damit in den Ortschaften Möglichkeiten für eine Gemeinschaftsnutzung im Interesse der Einwohnerinnen und Einwohner zu eröffnen.
- Demokratiebildung und politische Teilhabe in den Bildungseinrichtungen der Gemeinde ausbauen.
- Jugendliche in politische Prozesse in der Gemeinde stärker einbinden.
- Die Bereitstellung von Budgets für demokratische Bildungsprojekte, vor allem auch zum Thema digitale Gewalt und Social Media Kompetenz prüfen.
- Die Bücherei als Begegnungs- und Bildungsort weiterentwickeln (Möglichkeit einer Social Media Sprechstunde prüfen).
2. Vorfahrt für Bildung - Kitas und Schulen stärken und verbessern
2.1. Gute Bildung für alle – von Anfang an
Wir wollen beste Bildungschancen von Anfang an allen Kindern und Jugendlichen in unserer Gemeinde ermöglichen. Deshalb stehen wir für eine möglichst hochwertige frühkindliche Bildung in unseren sieben Kitas, die wir sichern und konsequent weiter ausbauen wollen. Konkret setzen wir uns ein für:
- Ausreichendes Personal, insbesondere keine Abstriche am Einsatz von dritten Kräften in den Kitas.
- Eine Stärkung der Vorschularbeit in den Kitas.
- Eine regelmäßige Evaluierung der Angebote, wie z. B. des Mittagessens in den Kitas.
2.2. Betreuung bedarfsgerechter und verlässlicher machen
Familien brauchen Planungssicherheit und passende Kinderbetreuungsangebote. Wir wollen deshalb:
- Kita- und Krippenzeiten an den tatsächlichen Bedarf anpassen. Dafür sind künftig regelmäßige Bedarfserhebungen bei den Eltern notwendig.
- Betreuungsstrukturen verlässlicher machen und dazu auch alternative Lösungen bei kurzfristigem Personalausfall ermöglichen.
2.3. Zukunftsgerechte Schulen für unsere Schülerinnen und Schüler schaffen
Damit unsere Kinder und Jugendlichen eine gute Schulausbildung bekommen, muss die Gemeinde als Schulträgerin die Schulen weiter aktivunterstützen und gute Voraussetzungen schaffen. Das gilt insbesondere für die in diesem Sommer gestarteten Ganztagsschulangebote an den Grundschulen Bendingbostel und Luttum. Deswegen wollen wir:
- Die Ausstattung unserer Schulen verbessern und die dringend erforderlichen Baumaßnahmen und Sanierungen konsequent voranbringen.
- Den Mensa-Bau an der Grundschule Bendingbostel und den dringend erforderlichen Neubau an der Grundschule Luttum zügig realisieren. Sie sind unverzichtbar für den Ganztagsbetrieb an beiden Schulen. Als SPD stehen wir dazu, diese schnellstmöglich und ohne Abstriche umzusetzen. Diese Zukunftsinvestitionen in unsere Kinder muss die Gemeinde Kirchlinteln trotz knapper Kassen gewährleisten.
- Gemeinsam mit interessierten Vereinen die Qualität des Ganztags weiter verbessern (z. B. mit Angeboten zur Demokratiebildung, zum Schutz vor digitaler Gewalt usw.). In den vergangenen Jahren hatten wir uns erfolgreich dafür eingesetzt, dass gleich alle vier Grundschuljahrgänge in Bendingbostel und Luttum mit dem verlässlichen Ganztagsangebot starten und durch von der Gemeinde finanzierte Ganztagskoordinatorinnen unterstützt werden. Das wollen wir fortführen.
- Uns (auch gegenüber dem Landkreis als Träger der Schülerbeförderung) für einen verlässlichen Schultransport einsetzen; dazu gehört im Rahmen des Ganztagsunterrichts zwingend eine zusätzliche Busfahrt um 14.30 Uhr von den Grundschulen nach Hause.
3. Wohnen, Infrastruktur, Mobilität und Sicherheit voranbringen
3.1. Bezahlbares und vielfältiges Wohnen ermöglichen
Für uns ist wichtig, dass Menschen in allen Lebensphasen in der Gemeinde Kirchlinteln gut und bezahlbar wohnen können. Deswegen wollen wir:
- Den Bau-Turbo des Bundes engagiert dafür nutzen, kleinere Bauprojekte in unseren Ortschaften ohne aufwändige Bauleitplanung zu ermöglichen und zu beschleunigen. In diesem Rahmen wollen wir auch Realisierungsmöglichkeiten für Tiny Houses und alternative Wohnformen wie Mehrgenerationen-Wohnen und gemeinschaftliche Wohnformen schaffen.
- Bezahlbaren Wohnraum für Familien, Alleinstehende und Ältere fördern, z. B. dadurch, dass die Gemeinde Kirchlinteln den Zuschuss des Landkreises von 8.000 € bei Umnutzungen zu Wohnzwecken wieder aufstockt (In der Vergangenheit hatte die Gemeinde auf SPD-Initiative schon einmal 2.000 € Aufstockung geleistet, aktuell erfolgt das aber nicht mehr)
3.2. Infrastruktur und Mobilität stärken
Eine moderne Gemeinde braucht eine starke Infrastruktur. Wir wollen:
- Den Breitbandausbau konsequent weiter vorantreiben.
- Die Sanierung und Pflege von Gehwegen und Radwegen verbessern.
- Den Bau und Ausbau von Radwegen, insbesondere entlang wichtiger Verbindungen (z. B. an der Landesstraße 171 von Brunsbrock nach Jeddingen oder entlang der Kreisstraße von Brunsbrock nach Bendingbostel) aktiv unterstützen.
- Die Verkehrssicherheit in allen Ortschaften verbessern und vor allem Schulwege sicherer machen (z. B. Querungshilfen, Verkehrsberuhigung). Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sollen regelmäßig Thema in den Ortschaftsversammlungen und im Rat sein.
- Im Kernort Kirchlinteln die Kreuzung Hauptstraße – Weitzmühlener Straße sicherer machen.
- Die Stärkung und Weiterentwicklung des Bürgerbusses unterstützen.
- Die Wiedereröffnung des Bahnhalts Kirchlinteln (perspektivisch mit einem Stundentakt) und die Ausweitung des Bürgerbusses in den Kleinbahnbezirk zum Anlass nehmen, in den nächsten Jahren konsequent weitere Möglichkeiten zur Verknüpfung und Verbesserung des öffentlichen Verkehrsangebots in der Gemeinde zu prüfen. Für die Entwicklung von weiteren flexiblen Mobilitäts- und Infrastrukturangeboten für ländliche Räume sind wir aufgeschlossen.
3.3. Feuerwehr und Sicherheit stärken
Das, was die Freiwilligen Feuerwehren in unserer Gemeinde für unsere Sicherheit leisten, kann nicht hoch genug geschätzt werden. Wir wollen:
- Eine Stärkung der Feuerwehren durch moderne Ausstattung und gute Rahmenbedingungen im Konsens und engem Austausch mit dem Gemeindekommando gewährleisten.
- Maßnahmen gegen Vandalismus und Vermüllung fördern.
- Möglichkeiten zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit durch präventive Maßnahmen in den Ortschaftsversammlungen sowie im Austausch mit der Polizei erörtern und deren Umsetzung prüfen.
4. Wirtschaft, Tourismus und Naherholung stärken
4.1. Wirtschaft nachhaltig weiterentwickeln
Wir sind froh über die Unternehmerinnen und Unternehmer, die in unserer Gemeinde Arbeitsplätze schaffen. Die Rahmenbedingungen für die örtlichen Betriebe gilt es, wo immer möglich zu verbessern. Wir wollen:
- die Anbindung von Gewerbestandorten verbessern und Gewerbegebiete nachhaltig weiterentwickeln.
- Initiativen der Gleichstellungsbeauftragten zu Frauen in Selbstständigkeit und Unternehmertum unterstützen.
- Regionale Betriebe, darunter auch Landwirtschaft, Direktvermarkter, Gastronomie und Tourismusanbieter unterstützen.
4.2. Sanften, naturverträglichen Tourismus fördern
Wir denken Tourismus und Naherholung zusammen. Uns ist bewusst, dass erfolgreiche touristische Betriebe zum Erfolg vieler anderer Branchen beitragen (z. B. Handel oder Handwerk). Vor diesem Hintergrund wollen wir:
- Dass die Gemeinde Kirchlinteln eine Tourismus- und Vermarktungsstrategie entwickelt und dabei auch auf eine bessere Zusammenarbeit mit der Mittelweser-Touristik und den Aufbau sowie die Vermarktung von touristischen Routen und Angeboten setzt. Pflege/Ausbau von digitaler Gästemappe / Tourismus-App sowie eine Stärkung der Präsenz in Social Media und Online-Kanälen sind dabei zu berücksichtigen.
- Am neuen Bahnhalt eine Informationstafel und einen zentralen Tourismus-Anlaufpunkt im Lintler Krug einrichten (Umnutzung des sogenannten „Fletts“, d.h. des Vorraums).
- Netzwerke zwischen Anbietern, Gastronomie und Gemeinde unter Nutzung und Einbindung von engagierten Ehrenamtlichen aufbauen.
- Ausschilderung und Ausbau von Rad- und Wanderwegen sowie Rastplätzen unterstützen.
- Ausflugsziele (z. B. Waldspielplatz, Baumlehrpfade) familienfreundlich, barrierefrei und nachhaltig (weiter)entwickeln.
- Die Chancen des Projekts AllerVielfalt für Tourismus und Naherholung nutzen.
5. Natur, Klimaschutz und Energiewende voranbringen
5.1. Natur schützen und erlebbar machen
Naturschutz und Freizeitnutzung sind für uns kein Gegensatz. Gleichzeitig ist die Landwirtschaft für uns ein wichtiger Partner beim Naturschutz.
Wir wollen:
- Aktiv gemeindliche Flächen für Naturschutz und Naherholung nutzen, gerne mit Unterstützung von Ehrenamtlichen aus den Ortschaften und den Naturschutzverbänden.
- Naturschutzmaßnahmen wie Heckenpflanzungen und andere Naturschutzinitiativen vor Ort stärker unterstützen.
- Gezielt darauf hinwirken, Naturschutz-Ersatzgelder des Landkreises aus dem Windkraftausbau für sinnvolle Naturschutzmaßnahmen im Gemeindegebiet zu verwenden, z.B. zur Wiedervernässung oder im Bereich des Projektes Allervielfalt.
5.2. Klimaanpassung durch gutes Wassermanagement
Ein wirksamer Schutz vor Trockenheit und Starkregen ist heute wichtiger denn je. Wir wollen:
- Ein kommunales Wassermanagement unter Berücksichtigung entsprechender Überlegungen des Landkreises und des Landes entwickeln.
- Maßnahmen für natürliche Wasserhaushalte, zur Regenrückhaltung sowie Boden- und Landschaftsschutz unterstützen, auch durch Einsatz von Ersatzgeldern aus dem Windkraftausbau
5.3. Energiewende vor Ort voranbringen
Klimaneutrale Energie aus der Region für die Region aus Sonne, Wind und Geothermie unterstützen wir aus Überzeugung. Sie kann nicht nur das Klima schützen, sondern auch zusätzliche Wertschöpfung für unsere Region bringen. Dabei wollen wir:
- Generell die frühzeitige Einbindung von Bürgerinnen und Bürgern, eine transparente Planung von Energieprojekten sowie Beteiligungsmöglichkeiten für Bürgerinnen und Bürger bei Projekten vor Ort gewährleisten
- Dass die wirtschaftlichen Chancen und Vorteile von Energiewendeprojekten wie z.B. Windparks im Gemeindegebiet der Allgemeinheit zugutekommen. Wir unterstützen eine eigene Beteiligung der Gemeinde an Projekten, wenn die Wirtschaftlichkeit nachgewiesen wird. Entsprechende Einnahmen der Gemeinde müssen transparent und vorrangig zum konkreten Nutzen der Bürgerinnen und Bürger und für Zukunftsinvestitionen verwandt werden. Von den gemeindlichen Einnahmen sollen betroffene Ortschaften auch direkt profitieren.
- Den Ausbau von Nahwärmenetzen und Biogas fördern.
- Stromspeicher und die regionale Nutzung von Energie fördern.